Der Speichenbruch am Handgelenk – von Unfallchirurgen als distale Radiusfraktur bezeichnet – zählt mit 10-25 % zu den häufigsten Knochenbrüchen des Menschen. Er kann in jedem Lebensalter auftreten, gehäuft entsteht er bei jungen Sportlern im Alter von 18-35 Jahren im Rahmen von Hochrasanzverletzungen sowie bei Erwachsenen im Alter von 60-70 Jahren bei oft banalen Stürzen auf die Hand.

Bei gleichzeitiger Osteoporose (Knochenentkalkung) und einem Sturz auf das Handgelenk kann es zu besonders schweren Frakturformen kommen.

Die klinischen Merkmale einer distalen Radiusfraktur sind eine Schwellung, eine Bewegungseinschränkung, ein Bluterguss, und eine Verformung des Handgelenkes an der entsprechenden Stelle, vergesellschaftet mit Schmerzen.

Die Diagnose wird nach genauer körperlicher Untersuchung und Anfertigung von Röntgenaufnahmen gestellt. Handelt es sich um einen Bruch, der ins Gelenk einstrahlt, so ist zusätzlich noch eine Computertomographie erforderlich, um den genauen Verlauf der Bruchlinien an der Gelenksfläche zu erkennen.

Speichenbruch des Handgelenks

Ziel der Behandlung ist es, möglichst frühzeitig eine annähernd anatomische Form des Handgelenkes wiederherzustellen, d.h. die Bruchstücke müssen möglichst wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht werden. Dies ist die Voraussetzung für eine möglichst normale Funktion.

Bruchformen, bei denen keine oder eine nur geringe Verschiebung vorliegt, können mit einer Gipsruhigstellung nach Brucheinrichtung in örtlicher Betäubung behandelt werden. Bei einer Vielzahl der Speichenbrüche am Handgelenk liegt jedoch eine knöcherne Defektzone vor, die im Erströntgen erkannt wird. Handchirurgisch erfahrene Unfallchirurgen sprechen dann von einem instabilen Bruch.

Diese Brüche können in einer alleinigen Gipsruhigstellung nicht ausreichend in korrekter Position gehalten werden, es kommt zu einem Absinken der Handgelenksfläche und in der Folge zu einem schlechten Ausheilungergebnis mit deutlichen Bewegungseinschränkungen.

Instabile Frakturen bedürfen daher einer operativen Versorgung. Diese sollte in den ersten 10 Tagen nach der Verletzung durch einen handchirurgisch erfahrenen Unfallchirurgen durchgeführt werden. Dabei werden die Knochenfragmente exakt eingerichtet und
eingepasst und mit einer körperverträglichen Titanplatte und Schrauben stabilisiert.

Dies ermöglicht eine anatomische Wiederherstellung der Handgelenksfläche und der knöchernen Strukturen. Die Operationsmethode wird in Abhängigkeit von Alter und Art des Bruches, Zustand des Knochengerüsts, Allgemeinzustand des Patienten, den Begleitverletzungen und den Aktivitätsansprüchen des Verletzten angepasst.
Nach der Operation erfolgt eine 2 – 4 wöchige Ruhigstellung in einer abnehmbaren Kunststoffschiene. Eine Bewegunstherapie wird jedoch schon unmittelbar postoperativ begonnen.

Ziel der Behandlung ist es, möglichst frühzeitig eine annähernd normale Funktion des Handgelenkes wiederherzustellen.

Titanplatte zur Stabilisierung von Speichenbrüchen

Röntgenaufnahme nach operativer Stabilisierung des Handgelenks

Röntgenaufnahme nach operativer Stabilisierung des Handgelenks