Die Kreuzbänder finden sich zentral im Knie und sind gemeinsam mit Seitenbändern und Menisken wichtige Stabilisatoren des Kniegelenkes. Die Kreuzbänder führen das Gelenk während der Roll-Gleitbewegung bei Beugung und Streckung.

Ist das Kreuzband gerissen ist die normale Gelenkskinematik empfindlich gestört und das Gelenk hat einen höheren Verschleiß, der je nach Belastung, früher oder später in einer Arthrose endet.

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist die häufigste Bandverletzung des Kniegelenkes, das hintere Kreuzband reißt selten. Ursache sind meist ruckartige Beuge- und Drehbewegungen beim Sport, insbesondere beim Schifahren und Fußballspielen.

Ist das Kreuzband gerissen verbleibt nach Abklingen der akuten Beschwerden oft eine Instabilität im Kniegelenk, die mit einer arthroskopischen Kreuzbandersatzoperation stabilisiert werden kann. Dabei wird körpereigenes Sehnenmaterial entnommen, daraus ein neues Kreuzband geformt und dieses dann im Kniegelenk anstelle des gerissenen Bandes platziert.

Die Kreuzbandersatzoperation ist eine technisch anspruchsvolle Operation, die nur vom erfahrenen Unfall- und Sportchirurgen durchgeführt werden sollte.

Frische Kreuzbandrisse können mit einem sogenannten Knochendübel refixiert werden. Dabei bleibt das eigene Kreuzband erhalten und eine schnellere Rehabilitation ist möglich.

Wir führen Kreuzbandersatzoperationen und Kreuzbandrefixationen regelmäßig durch. Dies ermöglicht standardisiertes operatives Vorgehen in hoher Qualität und bestmögliche Behandlungsergebnisse für unsere Patienten.

Kreuzbandriss beim Fussballspielen

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes zählt zu den häufigsten Verletzungen beim Fussballspielen.

Welche Aufgabe hat das Kreuzband?

Das vordere und hintere Kreuzband sind maßgebliche Stabilisatoren des Kniegelenkes.
Bei Streckung des Kniegelenkes ist der Unterschenkel straff mit dem Oberschenkel verbunden, bei Beugung kann der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel gedreht werden. Dabei bleibt das Knie aber trotzdem immer stabil. Zahlreiche Strukturen müssen dafür zusammenspielen. Am bekanntesten sind das vordere Kreuzband und die Menisken. Die Kreuzbänder heißen so, weil sich das vordere und das hintere Kreuzband im Gelenk überkreuzen. Gemeinsam mit den besonders geformten Gelenkkörpern und den Menisken geben sie dem Gelenk in jeder Stellung die Führung.

Was passiert wenn das Kreuzband reißt?

Wenn das vordere Kreuzband reißt, dann kommt es zu einer unnatürlichen Verschiebbarkeit des Unterschenkels nach vorne. Aus bestimmten Gründen kann ein vollständig durchgerissenes vorderes Kreuzband nicht heilen. Andere Bänder und Muskeln können die Funktion nur teilweise übernehmen.
Bei bestimmten Bewegungen kommt es dann zu einem schmerzhaften Schnappen und zu einer abnormen Belastung des Gelenkknorpels und der Menisken.

Welche Auswirkungen hat der Kreuzbandriss für den Fussballspieler?

Wenn das vordere Kreuzband nicht funktioniert, hält das Gelenk eines Fußballers diese Mehrbelastungen auf Dauer nicht aus. Es kommt zur Arthrose, der vorzeitigen Abnützung des Gelenks, mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Darüber hinaus steigt das Risiko für weitere Verletzungen, zum Beispiel tritt ein Meniskusriss häufiger auf, wenn das vordere Kreuzband nicht vorhanden oder locker ist. Es ist daher sinnvoll, ein gerissenes vorderes Kreuzband mittels einer Operation zu refixieren oder zu ersetzen.

Was tun, wenn ein Kreuzbandriss passiert ist?

Wegen der möglichen schwerwiegenden Folgen ist es zweckmäßig, jede Knieverletzung sorgfältig abzuklären. Eine Magnetresonanztomographie sollte nach einer ersten ärztlichen Untersuchung gemacht werden.

Das Für und Wider einer Operation nach einem Kreuzbandriss, die Operationsmethode, der richtige Zeitpunkt, die Übungsbehandlung danach und der Wiedereinstieg in den Sport sind Fragen, die der Verletzte mit seinem Arzt ausführlich besprechen muss.
Eine gute Arzt-Patienten Kommunikation ist dafür wichtig. Der behandelnde Kniespezialist sollte auch die Fähigkeit besitzen medizinische Begriffe verständlich zu erklären. Eine sorgfältige Kreuzbandoperation nach modernen Standards und eine Betreuung des Patienten bis zum Abschluss der Rehabilitation sind nach einem Kreuzbandriss erforderlich.

Was kann der Patient nach einem Kreuzbandriss und einer Kreuzbandoperation zum Heilungserfolg beitragen?

Der ideale Patient versteht seine Kreuzbandverletzung, trägt die Behandlungsentscheidung mit, strengt sich bei der Nachbehandlung an und beginnt nicht zu früh mit Belastungen, die sein Knie noch nicht verträgt.

Gibt es auch eine Behandlung bei Kreuzbandriss ohne Operation?

Auch eine konservative Behandlung beim Kreuzbandriss – also eine Behandlung ohne Operation – kann unter Umständen eine Option sein. Die Voraussetzungen dafür sind eine gut funktionierende Muskulatur und eine Verminderung des sportlichen Anspruchs. Das heißt, dass eine Rehabilitation auch dann wichtig ist, wenn nicht operiert wird. Das bedeutet aber auch einen Verzicht auf wettkampfmäßiges Fußballspielen und eine Umstellung auf Sportarten, die weniger belastend für die Knie sind.

Wann kann ich nach einer Kreuzbandoperation wieder Fußball spielen?

Wenn die Funktionsfähigkeit des Kreuzbandes völlig wiederhergestellt ist. Es muss im Einzelfall entschieden werden, wann welche Belastung wieder möglich ist. Zwei Fehler sind denkbar: zu nachlässig üben und zu intensiv üben. Wenn das Knie schmerzt oder anschwillt, dann sind oft zu heftige Übungen oder zu frühzeitige Belastungen die Ursache. Rehabilitation nach einer Ersatzoperation des vorderen Kreuzbandes bis zur Wiederaufnahme des Sports braucht Zeit und Geduld.
Die Heilungsvorgänge verlaufen bei einem Sportler nicht schneller als bei einem Nichtsportler.
Neun Monate sind ein realistischer Durchschnitt, das heißt, es gibt Abweichungen nach oben und unten.

Kann man das Verletzungsrisiko für einen Kreuzbandriss senken?

Die Kreuzbänder werden von den Muskeln und ihren Sehnen unterstützt. Bei drohender Überlastung werden zum Schutz des Bandes die entsprechenden Muskeln angespannt. Solche Schutzreflexe sind eine unwillkürliche Reaktion, können aber durch Üben der Geschicklichkeit trainiert werden.
Wer müde ist, hat schlechtere Reflexe. Das schützende Anspannen der Muskulatur erfolgt dann zu spät. Das Verletzungsrisiko erhöht sich daher auch beim Gesunden ohne Vorverletzung durch schlechte Kondition, zu wenig Schlaf, Alkoholwirkung oder zu rascher Wiederaufnahme des Sports nach einer Pause. Das gilt erst recht für jemanden, der einen Kreuzbandriss hinter sich hat. Zu schwache Muskeln können sich zum Schutz der Bänder nicht genügend anspannen. Ein Muskelaufbautraining ist nach einer Verletzung des Kreuzbandes besonders wichtig.

Ist das Risiko für einen Kreuzbandriss für Frauen im Fussball höher?

Frauen stehen zyklusbedingt – bei gleichartiger sportlicher Belastung – unter höherem Risiko als Männer, sich einen Kreuzbandriss zuzuziehen, und sollten sich darauf einstellen. Das Risiko erhöht sich auch mit fortschreitendem Alter, was Anpassungen in der Sportausübung nahelegt.

Regelmäßiger Sport oder andere körperliche Beanspruchung sind nachweislich gesundheitsfördernd und lebensverlängernd, bringen aber auch ein Verletzungsrisiko mit sich. Und dieses sollte so gering wie möglich sein, damit man möglichst lange Sport treiben kann.

Wie wird ein Kreuzbandriss operiert?

Es gibt verschiedene Techniken, ein gerissenes Kreuzband zu operieren. Der entscheidende Faktor zum Erfolg ist die Behandlung durch einen Kniespezialisten, der den Eingriff sorgfältig nach modernen Standards durchführt.

Kann das eigene Kreuzband erhalten werden?

Bei der Refixation des gerissenen Kreuzbandes wird das eigene Kreuzband erhalten. Das gerissene Kreuzband wird dabei arthroskopisch im Rahmen einer Gelenksspiegelung über zwei kleine Schnitte exakt am Knochen wiederbefestigt. Diese Technik kann in der Frühphase bis etwa 2 Wochen nach dem Kreuzbandriss durchgeführt werden. Durch moderne Befestigungsimplantate hat die Methode der Kreuzbandrefixation in den letzten Jahren eine Renaissance erfahren. Wir wenden die Technik der Kreuzbandrefixation regelmäßig mit großem Erfolg an.

Wie wird ein gerissenes Kreuzband ersetzt?

Bei der Kreuzbandersatzoperation – der sogenannten Kreuzbandplastik – wird körpereigenes Sehnenmaterial verwendet um das gerissene Kreuzband zu ersetzen. Dafür werden arthroskopisch Bohrkanäle in Oberschenkel und Schienbein vorgelegt. Das neue Kreuzband wird dann in die Bohrkanäle eingezogen und mit speziellen Implantaten verankert.
Entscheidend ist dabei die exakte Platzierung der Bohrkanäle an anatomischer Position. Dies Präzision obliegt der Erfahrung des Operateurs. Wir führen den Eingriff der Kreuzbandersatzoperation regelmäßig und in hoher Fallzahl durch.

Zwei Videos, die unsere Philosophie der sportlichen Rehabilitation nach Kreuzbandriss und Kreuzbandoperation zeigen: