Die Sehnen an der Schulter – auch Rotatorenmanschette genannt – können durch einen Sturz auf den Arm, reißen. Häufig ist jedoch ein chronischer Sehnenverschleiß Ursache dafür, dass es überhaupt zum Sehnenriss kommt. Bei einer vorgeschädigten, verschlissenen Sehne reicht manchmal eine Alltagsbelastung aus, um sie reißen zulassen.

Sehnenriss in der Schulter

Bei einem Schaden der Rotatorenmanschette klagt der Betroffene über plötzliche, oft stechende Schmerzen, vor allem bei allen Bewegungen des Armes nach oben. Häufig ist auch die Kraft des Armes beim Heben reduziert. Aufgrund einer sich ausbildenden
Entzündung kommt es häufig auch zu nächtlichen Schulterschmerzen, die regelmäßig in den Oberarm ausstrahlen.

Bei Verdacht auf eine Ruptur der Rotatorenmanschette ist eine gezielte Untersuchung durch einen erfahrenen Sportchirurgen und eine Magnetresonanztomographie zur Darstellung der Sehnen notwendig.

Eine gerissene Sehne heilt nicht von selbst zusammen. Es muss entschieden werden, ob der Betroffene mit einer gerissenen Sehne leben kann oder ob der Schaden am Schultergelenk repariert werden muss. Sämtliche Behandlungsstrategien orientieren sich grundsätzlich an der individuellen Beschwerdesymptomatik, am Anspruch des Patienten und an seinen speziellen Lebensbedingungen.

Bei jungen Patienten sollte großzügig auch bei einem kleineren Riss der Sehne eine Rekonstruktion, d.h. die Naht der Sehne erfolgen. Je geringer der Bewegungs- und Belastungsanspruch ist, desto zurückhaltender kann man beim älteren Menschen mit der Rekonstruktion einer gerissenen Sehne sein.

Es gibt Risse, die sich durch eine arthroskopischen Eingriff versorgen lassen. Häufig kombiniert der erfahrene Sportchirurg jedoch die arthroskopische Operation mit einem sogenannten mini-open repair.

Zur Rekonstruktion werden die abgerissenen Sehnenenden mit Hilfe kleinster Nahtanker am Knochen fixiert, damit sie dort festheilen. Zugleich ist es meist notwendig, den Raum unter dem Schulterdach zu erweitern, um die heilende Sehne vor unnötiger
Druckbelastung zu schützen und ein sicheres Anheilen zu gewährleisten.

Sehnenriss

Damit die Sehne nach operativer Refixierung am Knochen anheilen kann, benötigt sie Ruhe. Die Schulter wird mit einer Bandage zunächst für drei bis sechs Wochen ruhig gestellt. Damit es in dieser Zeit jedoch nicht zu einer Einsteifung der Schulter kommt, wird das Schultergelenk frühzeitig von Physiotherapeuten bewegt und der Patient wird zu Eigenübungen angeleitet. Danach sollte ein gezieltes Muskelaufbautraining erfolgen.